Oppositioneller - Bürgerrechtler - Politiker - Verfemter
oder die Karriere einiger Ostdeutscher
Herr Wolfgang Thierse hat doch gesagt : "Die Polizei ist eben vollauf damit beschäftigt, die Neonazis zu schützen". Und das auch noch im Interview des MDR. Das tut man vielleicht als guter Katholik oder als guter DDR-Oppositioneller, doch als Bürgerrechtler ist das anrüchig. Als Politiker ist man aber untragbar. Herr Zastrow, ein sächsischer Politiker, meinte, als Bundestagspräsident sei er untragbar. Herr Thierse hatte an einer Aktion gegen eine angemeldete rechtsextreme Demonstration teilgenommen, wurde angezeigt aber das Ermittlungsverfahren wurde im März 2011 niedergeschlagen, denn noch war er Bundestag-Vizepräsident. Die Folge war, am 28.August 2012 kündigte Herr Thierse an, 2013 nicht mehr für den Bundestag zu kandidieren. Unlängst sollte er in Augsburg anlässlich des 25. Jahrestages der Beseitigung der deutschen Grenzanlagen sprechen. Man lud ihn aus, angeblich wegen der "leidenden Prenzlauer Bevölkerung", welche den Zuzug von Schwaben und anderen Wohlhabenden kaum noch verkraften könne. Das war nach den oben geschilderten Ereignissen. Manche Schwaben hatten ihm das Interview in der Presse übel genommen. Was einst als Witz gedacht war, hatte die Zeitung penibel ausformuliert. Die Freiheit der Presse scheint das Gemeinwohl aller zu sein.
Ganz zuletzt, spielte er in der DDR die erste Geige : Lothar de Maiziere. Bereits wenige Tage nach der Bundestagswahl 1990 veröffentlichte der "Spiegel" die Mitteilung, dass Herr de Maziere inoffizieller Mitarbeiter des ostdeutschen Ministeriums für Staatssicherheit gewesen sei. Heute vertritt er in seiner Anwaltkanzelei unter anderem kasachische Klienten, welche durch Haftbefehle ihres Landes gesucht werden und wurden, sie werden verschiedenster Verbrechen beschuldigt. Er dürfte also weiterhin stark mit Internem hantieren, welches nach Gutdünken in Zukunft weitere Verwendung finden wird. So weit so gut. Das er, als ehemaliger Ostdeutscher, die Angliederung der Krim an Russland einen Bruch des Völkerrechtes nannte, kann man verstehen, das er die westlichen Sanktionen geißelte, ging dann einigen doch zu weit. Herr Lothar de Maiziere ist, als zu russlandfreundlicher Vorsitzender des Petersburger Dialoges gehalten, als Vereinsvorsitzender zurückzutreten. So würde es auch das Kanzleramt und das Auswärtige Amt sehen, unter seiner Leitung sei eine Reform hin zu kritischerer Auseinandersetzung mit der russischen Politik nicht gegeben. Noch dürfte die Familie, vertreten durch den deutschen Innenminister, die Hand über ihn halten. Im Gegensatz zu den Herren Gysi und Stolpe musste er sich kaum der Attacken durch die Presse erwehren. Einst sagte die Pressesprecherin der Regierung de Maiziere über ihn: Sein "politisches Ziel, das Freiheitsstreben und das mit der friedlichen Revolution Errungene in rechtsstaatliche Formen zu gießen, hat der deutschen Vereinigung Gestalt gegeben." Hat es, Frau Merkel, anders als es viele Menschen erwartet haben. Gefährlich anders klingt es jetzt.
Der so hoch wohl gelobte Herr Deichgraf, Herr Matthias Platzeck, Nachfolger des Herrn Ministerpräsidenten Stolpe
im Lande Brandenburg, erlaubt sich von den westlichen Staaten zu fordern, die russische Annexion der Krim anzuerkennen und auf die Sanktionen gegen Russland zu verzichten. Man legte ihm nahe seine Aufgabe als stellvertretender Vorsitzender des Petersburger Dialoges niederzulegen. Man darf gespannt sein, ob die Politiker wieder Oppositionelle werden und zu den Träumen ihrer Jugend zurückkehren.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen